Im Hauptausschuss vergangene Woche wurde der Haushaltsentwurf 2026 in erster Lesung vorgestellt. Die Stadt arbeitet diszipliniert und vernünftig — und das ist anzuerkennen. Was uns fehlt: ein klares Signal für die nächste Generation.
Was im Entwurf fehlt
In den knapp 180 Seiten finden sich genau drei Posten, die explizit der Jugendarbeit zugutekommen — zusammengenommen unter 0,4 % des Gesamtvolumens. Das ist weniger als 2024, weniger als 2025. Wir leben in einer Stadt, in der ein Drittel der Bevölkerung unter 30 ist.
Drei konkrete Vorschläge
1) Jugendbudget mit Mitspracherecht (40 000 €/Jahr). Eine Summe, über deren Verwendung Jugendliche aus Moosburg in einem moderierten Prozess selbst entscheiden. Niederschwellig, kein Antragswesen. Beispiele aus Bamberg und Erlangen zeigen, dass das funktioniert.
2) Sanierungs-Kostenanteil für das Jugendzentrum (160 000 € einmalig). Die Lüftung im JZ ist seit 2022 defekt — im Sommer ist es dort nicht nutzbar. Wir schlagen vor, den Anteil aus der Sanierungsrücklage zu finanzieren, nicht aus dem laufenden Haushalt.
3) Mittel für ein Jugendparlament-Pilot (15 000 €/Jahr). Wir haben einen ausgearbeiteten Vorschlag im Stadtrat eingebracht (Drs. 2025-189). Die Umsetzung scheitert aktuell an der Finanzierung der Wahlkoordination und der Sitzungsorganisation.
Wo wir zustimmen
Wir begrüßen den geplanten Ausbau der Stadtbibliothek und die Mittel für Klimaanpassung an Schulgebäuden. Hier hat die Verwaltung gute Arbeit geleistet.
Wir werden die drei Punkte als Änderungsanträge in die zweite Lesung am 14. Mai einbringen. Wer uns dabei unterstützen will: kommt zum nächsten Stammtisch.